Rohstoffe und Materialien aus verantwortlichen Quellen

Unsere Verant­wortung für soziale und ökolo­gische Standards bei der Herstellung unserer Gebrauchs­ar­tikel beschränkt sich nicht ausschließlich auf die Endfer­tigung. Auch die in den Produkten verar­bei­teten Rohstoffe und Materialien sollen sozial- und umwelt­ver­träglich gewonnen und natür­liche Ressourcen geschont werden. Bei Textilien aus Natur­fasern und Produkten aus Holz haben wir in diesem Zusam­menhang schon viel erreicht. Künftig werden wir auch für Kunst­fasern ressour­cen­scho­nende Lösungen entwi­ckeln. Langfristig erheben wir den Anspruch, in allen Bereichen Wertschöp­fungs­kreis­läufe zu etablieren.

Wir sind überzeugt, dass Mensch und Umwelt beim Anbau und der Gewinnung der in unseren Produkten verar­bei­teten Rohstoffe und Materialien nicht geschädigt werden dürfen und die natür­lichen Lebens­grund­lagen künftiger Genera­tionen bewahrt werden müssen. Die Gewinnung der Rohstoffe für unsere Gebrauchs­ar­tikel beansprucht wertvolle Ressourcen wie Wasser und Böden – mit Auswir­kungen auf Mensch und Umwelt. Daher erweitern wir konti­nu­ierlich den Anteil der in unseren Produkten verar­bei­teten Rohstoffe und Materialien aus verant­wort­lichen Quellen. Dazu arbeiten wir mit unabhän­gigen Standard­or­ga­ni­sa­tionen und verläss­lichen Partnern zusammen. Bei Materialien wie Leder oder tieri­schen Fasern, für die bisher keine anerkannten Zerti­fikate oder Siegel existieren, entwi­ckeln wir gemeinsam mit unseren Liefe­ranten innovative Ansätze, um verant­wor­tungs­volle Lösungen zu finden.

Eine verant­wor­tungs­volle Rohstoff­ge­winnung und Produkt­her­stellung deckt jedoch noch nicht den gesamten Lebens­zyklus der Produkte ab. Produkte, die am Ende ihrer Verwendung durch den Verbraucher stehen, sind kein Abfall, sondern enthalten Wertstoffe, die für neue Produkte wieder einge­setzt werden sollten. Daher wollen wir nicht nur erreichen, dass weniger Primär­roh­stoffe für die Herstellung unserer Produkte ge- und verbraucht, sondern Wertstoffe – wo immer möglich – auch einer gleich- oder höher­wer­tigen Wieder­ver­wendung zugeführt werden. Auf diese Weise vermeiden wir Abfälle und erhöhen gleich­zeitig die Ressour­cenef­fi­zienz. In einem ersten Schritt werden wir ab 2016 zunehmend Produkte aus Recycling­ma­te­rialien anbieten. Darüber hinaus wollen wir unsere Gebrauchs­ar­tikel so gestalten, dass die enthal­tenen Wertstoffe nach der Nutzungs­phase bestmöglich wieder­ver­wertet werden können, indem wir zum Beispiel auf Verbund­ma­te­rialien verzichten. Die Umsetzung dieser Pläne ist mit wesent­lichen Heraus­for­de­rungen verbunden: Zum einen genügen viele recycelte Materialien noch nicht unseren hohen Schad­stoffan­for­de­rungen. Zum anderen dürfen Änderungen am Produkt­design die Funktio­na­lität bezie­hungs­weise den Kunden­nutzen nicht beein­träch­tigen. Außerdem fehlt es bei vielen Produkt­gruppen noch an erprobten Prozessen zur Rückführung sowie zum wertstof­fer­hal­tenden Recycling. 2015 werden wir für die Materialien „Kunst­faser“ und „Kunst­stoffe“ erste Pilot­pro­jekte starten, um für diese Heraus­for­de­rungen tragfähige Lösungen zu erarbeiten.

Die Verant­wort­lich­keiten hierfür haben wir direkt im Kernge­schäft verankert und durch Zielver­ein­ba­rungen Anreize für nachhal­tigere Produkt­lö­sungen gesetzt

Baumwolle: dritt­größter Anbieter von Bio-Baumwolle weltweit

Über 100 Millionen Menschen leben schät­zungs­weise weltweit vom Baumwol­lanbau. Wir wollen dazu beitragen, dass die Produ­zenten auch in Zukunft ihren Lebens­un­terhalt mit dem Anbau von Baumwolle bestmöglich bestreiten können und gleich­zeitig Umwelt­be­las­tungen während des Anbaus vermieden werden. Dazu arbeiten wir mit inter­na­tional anerkannten Standard­or­ga­ni­sa­tionen zusammen, die dieses Ziel unter­stützen: Wir sind Mitglied der gemein­nüt­zigen Organi­sation Textile Exchange (unter anderem Heraus­geber der Bio-Baumwoll­stan­dards OCS 100/OCS Blended), die weltweit die Umstellung der Textil­branche auf nachhaltige Produkte und Prozesse fördert. Seit 2008 bieten wir regel­mäßig Textilien aus Bio-Baumwolle an, 2013 und 2014 wurde eine Wäsche­kol­lektion vollständig aus/mit zerti­fi­zierter Bio-Baumwolle herge­stellt. Durch die Umstellung unseres Sorti­ments im Jahr 2014 sind wir mit knapp 6.000 Tonnen verwen­deter Bio-Baumwolle inzwi­schen weltweit der dritt­größte Anbieter. Zu diesem Ergebnis kommt Textile Exchange in ihrem 2015 veröf­fent­lichten „Organic Cotton Market Report“. Zudem sind wir laut dem Report weltweit Viert­schnellster im „Race to the Top“ bei der Umstellung von herkömm­licher auf Bio-Baumwolle. Weiterhin unter­stützen wir die Initiative Cotton made in Africa (CmiA) der Aid by Trade Foundation durch den Einkauf von CmiA-Baumwolle sowie als Partner in Bildungs­pro­jekten in Benin und Sambia (Bildungs­pro­jekte im Ursprung). Ergänzend sind wir Mitglied der Better Cotton Initiative (BCI), die sich auf breiter Ebene für die Umstellung von konven­tio­nellen auf verant­wort­liche Anbau­me­thoden für Baumwolle einsetzt.

Den Anteil von Textilien aus Baumwolle, die nach den Anfor­de­rungen einer dieser Organi­sa­tionen validiert oder zerti­fi­ziert wurden, erhöhen wir konti­nu­ierlich: Während er 2012 noch bei 40% lag, erreichten wir 2014 bereits rund 75%. Für 2015 planen wir einen Anteil von über 85%.

Wir beschäf­tigen uns jedoch nicht ausschließlich mit dem Rohma­terial Baumwolle, sondern mit dem gesamten Herstel­lungs­prozess. Dazu zählt zum Beispiel das Färben und Bedrucken der Stoffe sowie der Einsatz von Acces­soires. Deshalb haben wir uns 2014 nach dem anspruchs­vollen Global Organic Textile Standard (GOTS) zerti­fi­zieren lassen, der alle Prozesse von der Gewinnung der biolo­gisch erzeugten, natür­lichen Rohstoffe über eine umwelt- und sozial­ver­ant­wort­liche Fertigung bis hin zur trans­pa­renten Kennzeichnung einbe­zieht.

Viskose: holzba­sierte Textil­faser zunehmend aus nachhal­tigen Quellen

Auch Viskose, die wir in Teilen unserer Textil­sor­ti­mente verar­beiten, besteht überwiegend aus dem Rohstoff Holz, dessen verant­wor­tungs­volle Herkunft sicher­ge­stellt sein muss. Bei der Produktion von Viskose werden große Mengen an Wasser verwendet und Chemi­kalien verar­beitet. Deshalb beziehen wir Zellu­lo­se­fasern zunehmend von dem Unter­nehmen Lenzing. Lenzing bezieht nicht nur das Holz für die Faser­her­stellung aus verant­wortlich bewirt­schaf­teten Quellen, sondern setzt auch bei der Produktion auf hohe Umwelt­stan­dards. Das Herstel­lungs­ver­fahren orien­tiert sich an den Vorgaben des EU-Umwelt­zei­chens. Im Verkaufsjahr 2014 stammten bereits 45% der in unseren Visko­se­ar­tikeln verwen­deten Zellu­lo­se­fasern aus den Produkt­linien Tencel und Modal von Lenzing. Für das Jahr 2015 können wir den Anteil auf rund 60% steigern.

Holz und Papier aus verant­wortlich bewirt­schaf­teten Quellen

Damit Wälder auch für nachfol­gende Genera­tionen erhalten bleiben, achten wir darauf, dass die für unsere Produkte verar­bei­teten Rohstoffe Holz und Zellstoff (der Haupt­be­standteil von Papier) aus verant­wor­tungsvoll bewirt­schaf­teten Forsten stammen. Holz aus illegalem Einschlag oder anderen unerwünschten Quellen schließen wir aus unserem Portfolio aus. Für den Nachweis, dass das verwendete Holz aus legalen Quellen stammt, wenden wir für alle Produkte aus Holz und Papier das „Forest Tracing System“ (FTS) an. Dieses Rückver­fol­gungs­system haben wir in Zusam­men­arbeit mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) entwi­ckelt.

Darüber hinaus wollen wir den Anteil von Holz- und Papier­pro­dukten mit dem Siegel des Forest Stewardship Council (FSC®) konti­nu­ierlich ausweiten. Die FSC®-Zerti­fi­zierung belegt unter anderem die Herkunft des Holzes oder Zellstoffs aus Wäldern, die nach den strengen Richt­linien des FSC® verant­wor­tungsvoll bewirt­schaftet werden. 2014 waren rund 50% unserer Holz- und Papier­pro­dukte FSC®-zerti­fi­ziert, 2015 werden es rund 40% sein.

Unser Ziel, diesen Anteil auf 60% zu erhöhen, werden wir leider nicht erreichen, da viele unserer Holzpro­dukte inzwi­schen aus regio­naler/europäi­scher Herkunft stammen, in denen die FSC®-Zerti­fi­zierung nicht verbreitet ist. Die unbedenk­liche Herkunft dieser Produkte haben wir alter­nativ über unser FTS festge­stellt.
Im Rahmen unseres überge­ord­neten Engage­ments sind wir unter anderem Mitglied im Global Forest & Trade Network (GFTN) des WWF. Das GFTN setzt sich dafür ein, Wälder als wichtige Lebens­räume für Tiere und Pflanzen sowie als Speicher für das Treib­h­ausgas CO₂ zu erhalten (Ressour­cenef­fi­zienz).

Leder: chromfrei gegerbt

Zur Leder­her­stellung werden Tierhäute gegerbt, um sie haltbar zu machen. Das am häufigsten verwendete Verfahren ist die Chrom­gerbung, da diese wenig Zeit in Anspruch nimmt und hervor­ra­gende Quali­täts­ei­gen­schaften sicher­stellt; nahezu alle Leder­pro­dukte weltweit sind chrom­ge­gerbt. Aller­dings können dabei besonders umwelt­schäd­liche und gesund­heits­ge­fähr­dende Chrom-VI-Verbin­dungen gebildet und freige­setzt werden. Deshalb arbeiten wir zunehmend mit Partnern zusammen, die zum Gerben chrom­freie Verfahren einsetzen, ohne dass die Gebrauchs­ei­gen­schaften des Leders beein­trächtigt werden. Unser Ziel ist es, nur noch Leder­ar­tikel anzubieten, die vollständig chromfrei gegerbt wurden – bei gleich­blei­bender Qualität des Leders. Über 90% unserer für das Verkaufsjahr 2015 herge­stellten Produkte aus Leder erfüllen bereits diese Bedingung. Wir sind auf dem Weg, für all unsere Leder­pro­dukte eine chrom­freie Gerbung umzusetzen.

Tierschutz: Ausschluss von Pelz und Angora

Wir nehmen den Tierschutz sehr ernst: Seit mehr als neun Jahren verkaufen wir keine Pelzpro­dukte mehr. Dies gilt auch für sogenannte Verbrä­mungen, beispiels­weise bei Mantel­kragen. Um diesen Grundsatz zu bekräf­tigten, sind wir 2013 Mitglied im inter­na­tio­nalen Fur Free Retailer Program der Tierschutz­or­ga­ni­sation Vier Pfoten geworden. Anfang 2014 haben wir zudem entschieden, keine Produkte mehr mit Angora anzubieten. Angora­haare werden durch die Schur oder das rupfen des Angora­ka­nin­chens gewonnen. Laut Recherchen der Tierschutz­or­ga­ni­sation PETA kommt es hierbei in einigen asiati­schen Farmen zu inakzep­tablen Praktiken. Wir haben daraufhin die Verfahren und die Haltungs­be­din­gungen bei unseren Herstellern überprüft. Obwohl wir keine inakzep­tablen Praktiken feststellen konnten, haben wir uns entschieden, keine Angora­pro­dukte mehr anzubieten, da wir die artge­rechte Haltung von Angora­ka­ninchen nicht dauerhaft sicher­stellen und garan­tieren können.

Funktional und umwelt­schonend: Textil­be­schichtung mit ecorepel®

Outdoor­tex­tilien werden häufig mithilfe umwelt­schäd­licher per- und polyfluo­rierter Chemi­kalien (PFC) wetterfest gemacht. Die struk­tu­relle Texti­lim­prä­gnierung ecorepel® lässt sich hingegen ohne unerwünschte Chemi­kalien herstellen und sorgt trotzdem für einen optimalen Wetter­schutz. 100% unserer wasser­ab­wei­senden Textilien sind mit ecorepel® beschichtet.

Lieblings­stücke: Dauer­sor­timent wird nachhaltig

Nicht nur unser wöchentlich wechselndes Sortiment, sondern auch unser seit September 2014 erhält­liches Dauer­sor­timent „Tchibo Lieblings­stücke“ soll künftig vor allem Produkte enthalten, die aus nachhal­tigen Rohstoffen und Materialien gefertigt werden. Mit den „Tchibo Lieblings­stücken“ bieten wir unseren Kunden das ganze Jahr über die Klassiker an, die sie kennen und schätzen. Das Dauer­sor­timent umfasst rund 300 Produkte. Sie bestehen im Wesent­lichen aus den gleichen Materialien und Rohstoffen wie die Artikel in unserem wechselnden Sortiment. Baumwolle, Holz und Viskose bilden darum auch hier die Schwer­punkte unserer Arbeit auf dem Weg zu einer 100% nachhal­tigen Geschäftstä­tigkeit.

Nachhaltige Rohstoff­basis: Robuste Ökosysteme leben von Vielfalt

Grund­vor­aus­setzung für eine nachhaltige Rohstoff­basis sind funkti­ons­tüchtige Ökosysteme. Deshalb setzen wir uns in unseren Wertschöp­fungs­ketten für ihren Schutz ein. Diesen Anspruch haben wir 2012 durch die Unter­zeichnung der Leadership-Erklärung der branchen­über­grei­fenden Initiative Biodi­versity in Good Company bekräftigt. Darin verpflichten wir uns unter anderem, den Schutz der biolo­gi­schen Vielfalt in unser Umwelt­ma­na­ge­ment­system aufzu­nehmen, konkrete Biodi­ver­si­täts­ziele zu definieren und diese gemeinsam mit unseren Liefe­ranten schritt­weise umzusetzen. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Schutz der Arten­vielfalt auch einen Beitrag zur langfris­tigen Verfüg­barkeit von nachwach­senden Rohstoffen und damit zu unserem Geschäfts­erfolg leisten.